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Eine Million E-Taxi-Kilometer voller Begeisterung

Manuela Kopf hat 2016 die ersten E-Taxis für ihr Unternehmen taxi4you angeschafft. Mittlerweile ist fast der gesamte Fuhrpark auf elektronischen Antrieb umgestellt. Dieses Jahr knackten ihre E-Taxis die Millionen-Grenze bei den gefahrenen Kilometern.

2015 kam die Idee – Umstieg auf E-Taxis – bei Manuela Kopf auf. „Wir waren bei einer Informationsveranstaltung des Landes und hatten dort die Möglichkeit E-Autos zu testen,” erinnert sich Kopf. Die elektrifizierten Autos überzeugten. Der Umweltschutzgedanke war jedoch das entscheidende Argument für den Schritt hin zu den E-Taxis. „Wir wollten das der Umwelt zuliebe ausprobieren.”

Markus Gmeiner

Skepsis wich Begeisterung

Kaum ein Jahr später wurden die ersten E-Taxis bei taxi4you in Betrieb genommen. Eine anfängliche Skepsis seitens der Fahrerinnen und Fahrer war vorhanden. Die Unternehmerin erinnert sich, wie sich ihre Angestellten zunächst nicht vorstellen konnten, mit Strom zu fahren. „Wir wussten anfangs ja alle nicht, wie das genau funktionieren wird. Wie lange hält eine Batterie? Wie machen wir das mit dem Laden. Vorurteile waren viele vorhanden, aber die haben sich rasch in Begeisterung gewandelt. Jede und jeder war nach der ersten Fahrt begeistert. Denn das Fahrerlebnis ist ein Traum.” Auch die Fahrgäste waren und sind begeistert. 90 Prozent der Rückmeldungen sind laut Kopf positiv. Ganz amüsiert berichtet sie, wie ältere Kundschaften oft meinten, das Auto wäre möglicherweise kaputt. Das klassische Motorengeräusch gibt es bei E-Autos nicht. So hieß es oft: „Läuft der gar nicht?”. Nach der Erklärung, warum das Auto so leise ist, waren auch hier die Fahrgäste meist begeistert. Der Umstieg auf E-Fahrzeuge wurde unter anderem auch im fernen Wien oder im Nachbarland Schweiz positiv wahrgenommen. „Wir haben zahlreiche Gratulationsanrufe aus ganz Österreich und eben auch aus dem Ausland bekommen – wie großartig die Leute die Veränderung finden. Wir werden oft deshalb gebucht, weil wir E-Taxis haben.”

Vorurteile waren viele vorhanden, aber die haben sich rasch in Begeisterung gewandelt. Alle waren nach der ersten Fahrt begeistert. Manuela Kopf, Inhaberin taxi4you

Das Urteil nach sechs Jahren

Es läuft wie geschmiert. Kopf gibt zu: „Ganz am Anfang hatte ich ein wenig Bauchweh, ob das die richtige Entscheidung ist. So wie das bei allen Dingen ist, wenn man etwas Neues ausprobiert. Aber mir war wichtig, es zu wagen. Jetzt weiß ich, wir haben alles richtig gemacht.” Mit dem Kia Niro hat Kopf das perfekte E-Automodell für die Erfordernisse des Taxibetriebs gefunden. Eine Schicht lang – rund 10 Stunden – sollte die Ladung halten. Die Batterieleistung sollte auch über einen langen Zeitraum nur wenig sinken. Bei ihren E-Autos ist das der Fall: Nach drei Jahren im ständigen Betrieb sind kaum Leistungsverluste (fünf bis zehn Prozent) zu beobachten. Geladen wird zwischen den Schichten. Auch die Reichweite ist für die taxi4you-Crew mehr als zufriedenstellend. Hin- und zurück nach Innsbruck oder Zürich sind für die E-Taxis kein Problem. Einzig für sehr lange Strecken verfügt das Unternehmen noch über ein Hybridauto. Und: Für das Rollstuhl geeignete Taxi konnte bisher kein adäquates E-Modell gefunden werden. Das Ziel ist aber auch hier, sobald als möglich auf eine E-Variante umzusteigen. Denn Kopf will einen Fuhrpark, der ohne Verbrennungsmotoren auskommt.

Erfreut und rentabel

Womit Kopf nicht gerechnet hat, ist die enorme Kostenersparnis. „Unser Gedanke war, wenn sich die Kosten nicht erhöhen, dann ist das Projekt gelungen. Wie viel wir uns sparen werden war uns nicht klar.” Die höheren Anschaffungskosten gleichen sich im kostengünstigen Alltagsbetrieb laut Kopf mehr als aus. „Wir sparen uns so viel Zeit, Geld und Ärger. Wie oft waren die Verbrenner in der Werkstatt. Bei unseren E-Autos hatten wir bis heute keine Reparaturen. Bei diesen Autos ist einfach nix, die sind so stabil. Und auch die Servicekosten sind wesentlich niedriger als vorher.” Die Bremsbeläge nennt Kopf als konkretes Beispiel – nach über 160.000 Kilometern war es noch nicht notwendig diese zu erneuern. Kopf, ihr Taxi-Team und ihre Fahrgäste sind mit der Entscheidung, die sie vor sieben Jahren getroffen hat vollkommen glücklich. „Es gibt mir ein gutes Gefühl, zu wissen, dass unser Grundgedanke richtig war und die Idee aufgegangen ist.”