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Elektromobilität auch am Bodensee im Vorwärtsgang

Nicht nur an Land, auch an Wasser wird die E-Mobilität in Vorarlberg vorangetrieben, wie die steigende Zahl der Elektroboote am Bodensee zeigt.

Ende 2020 waren am Bodensee insgesamt 61.650 Wasserfahrzeuge zugelassen, davon 38.510 motorisiert. 1.964 Boote verfügen über einen Elektroantrieb. Der Anteil der in Österreich zugelassenen Wasserfahrzeuge beträgt knapp 9,2 Prozent (5.667 Boote). Davon sind 4.958 motorisiert, 142 von ihnen mit einem Elektroantrieb. „Es gibt also noch viel Luft nach oben“, so Landesrat Johannes Rauch. Erfreulich ist, dass die Zahl der Verbrennungsmotoren mit besonders hohem Schadstoffausstoß in den vergangenen Jahren deutlich gesunken ist: Der Anteil der Boote mit 2-Takt-Motoren beträgt aktuell rund 1,7 Prozent.

Durch zusätzliche Liegeplätze, die ausschließlich für Wasserfahrzeuge mit Elektromotor bestimmt sind, können verstärkt Anreize für den technologischen Umstieg geschaffen werden.Landesrat Marco Tittler

Gemeinden können E-Mobilität am See fördern

Der weitaus größte Teil aller Hafenanlagen am österreichischen Bodenseeufer wird von den Gemeinden betrieben. „Beim Hafenbetrieb haben die Gemeinden eine Menge Möglichkeiten, im Rahmen der Privatwirtschaftsverwaltung Maßnahmen im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes zu setzen, etwa bei der Vergabe von Liegeplätzen, z. B. durch Bevorzugung von Segel- gegenüber Motorbooten oder von Wasserfahrzeugen mit E-Motoren gegenüber solchen mit Verbrennungsmotoren.“ Dies gelte auch bei der Schaffung neuer Infrastruktur erwähnt Landesrat Marco Tittler: „Durch zusätzliche Liegeplätze, die ausschließlich für Wasserfahrzeuge mit Elektromotor bestimmt sind, können verstärkt Anreize für den technologischen Umstieg geschaffen werden.“

Kooperation der Anrainerstaaten ist gefragt

Die Vertreter des Landes in der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK) bringen das Thema E-Mobilität auf dem Bodensee seit geraumer Zeit mit Nachdruck in den verschiedenen Gremien ein. So wurde auf Betreiben des Landes erreicht, dass in der Internationalen E-Charta Bodensee der IBK, die im Juni 2019 von den Ländern und Kantonen beschlossen wurde, neben der E-Mobilität an Land auch die E-Mobilität auf dem Wasser entsprechend verankert wurde. Dies wird bei den Programmen und Initiativen zur Förderung eines nachhaltigen Energie- und Verkehrssystems im Bodenseeraum in hohem Maße berücksichtigt. Die Landesregierung unterstützt diese Initiativen mit Nachdruck. Im Rahmen der jährlichen IBK-Regierungschef-Konferenz wird die E-Mobilität entsprechend thematisiert. „Hier wird Vorarlberg, auch was die nachhaltige Mobilität auf dem See anbetrifft, gemeinsam mit den IBK-Mitgliedern an einem Strang ziehen“, informieren die Landesräte Rauch und Tittler.