Unternehmen der Energieautonomie: Sieben Fragen an Weider Wärmepumpen
In der Serie "Unternehmen der Energieautonomie" widmen wir uns speziell jenen Unternehmen, die mit ihren Produktlösungen eine maßgebliche Rolle beim Erreichen der Energiewende spielen.

7 Fragen - 7 Antworten
Mit Philipp Rupp, Projektingenieur und Prokurist der Firma Weider Wärmepumpen, haben wir dazu unter anderem über den Wettbewerb mit großen Unternehmen, über den Einfluss der aktuellen Förderpolitik, und nicht zuletzt natürlich über die Vorteile einer Firma im Bereich der Erneuerbaren, gesprochen.
Was macht ihr und wo liegen eure Schwerpunkte?
Wir sind ein Wärmepumpenhersteller aus Hard, Vorarlberg. Unser Fokus liegt auf Sole- und Grundwasserwärmepumpen. Zudem bieten wir innovative Lüftungslösungen an, mit denen sich die benötigte Erdwärmequelle um bis zu 50 % verkleinern lässt. Im Herbst erweitern wir unser Portfolio um eine Monoblock-Luftwärmepumpe.

Als Familienbetrieb setzen wir auf langfristige Planung und nachhaltiges Wachstum.Philipp Rupp, Prokurist und Projektingenieur bei Weider Wärmepumpen
Mit meinem Bruder Daniel und mir ist die nächste Generation bereits im Unternehmen aktiv, der Übergabeprozess wird vorausschauend gestaltet. So bleiben wir ein verlässlicher Partner für unsere Kunden für die kommenden Jahrzehnte.

Wie besteht ihr als Hersteller im Wettbewerb mit großen Unternehmen? Welche Nische bedient ihr?
Unsere Nähe zum Installateur ist ein zentraler Bestandteil unserer Philosophie. Wir bieten nicht nur robuste und langlebige Systeme, die bewusst auf wartungsintensive Bauteile verzichten, sondern auch maßgeschneiderte Lösungen, die den Anforderungen unserer Partner gerecht werden. Während andere große Marktteilnehmer häufig wenig Interesse zeigen, komplexe technische Projekte anzugehen oder enge Kundenbeziehungen aufzubauen, setzen wir auf maßgeschneiderte Lösungen und eine enge Zusammenarbeit, um selbst anspruchsvollste Anforderungen zu erfüllen. Diese Fähigkeit, technische Herausforderungen zu meistern, macht uns zu einem verlässlichen Partner. Oft kommen Kunden zu uns und sagen: "Ihr habt doch sicher eine Lösung für mein Problem", bei denen sie bei großen Anbietern auf taube Ohren stoßen. Bei uns finden sie die Flexibilität und Know-How, die ihnen woanders verwehrt bleibt.

An unserem Standort in Hard haben wir im letzten Jahr unsere Produktionskapazitäten vervierfacht – ein klares Bekenntnis zu unserem Standort Vorarlberg und zur Qualität „Made in Ländle“.Philipp Rupp, Prokurist und Projektingenieur bei Weider Wärmepumpen
Wie funktioniert die Fertigung an eurem Standort?
An unserem Standort in Hard haben wir im letzten Jahr unsere Produktionskapazitäten vervierfacht – ein klares Bekenntnis zu unserem Standort Vorarlberg und zur Qualität „Made in Ländle“. Unsere hohe Fertigungstiefe ermöglicht uns nicht nur maximale Flexibilität, sondern auch eine außergewöhnliche Unabhängigkeit in der Produktion. Mit einer eigenen Blech-, Steuerteil- und Kältetechnikfertigung im Haus stellen wir sicher, dass jedes Produkt höchsten Standards entspricht.
Welche aktuellen Entwicklungen seht ihr auf dem Weg zur Energieautonomie?
Neben der allgemeinen Wirtschaftslage beeinflusst die Förderpolitik die Nachfrage enorm. Die politische Unsicherheit sowie budgetäre Defizite der Staatshaushalte lassen offen, wie viele Mittel tatsächlich für zukünftige Förderungen zur Verfügung stehen. Mittel- bis langfristig wird jedoch die steigende CO₂-Bepreisung die variablen Kosten für den Betrieb fossiler Heizsysteme deutlich erhöhen, was die Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen weiter stärkt und zusätzlichen Aufwind verleiht.
Welche Stellschrauben sollte Vorarlberg für Energieautonomie stärker beachten?
Deregulierung und eine Vereinheitlichung der technischen Vorschriften auf Bundes- und EU-Ebene sind dringend erforderlich, Stichwort EHPA-Label und GET-Datenbank. Aktuell hat jedes Bundesland eigene Regelungen zu Schallemissionen, Grundwasserbrunnen und Erdsonden, was enorme Ressourcen bindet.
Ohne Installateure und Elektriker, die die Wärmepumpen installieren und anschließen, ist eine erfolgreiche Wärmewende nicht möglich. Diese Fachkräfte spielen eine Schlüsselrolle in der Umsetzung nachhaltiger Heizlösungen und der Erreichung unserer Klimaziele. Gleichzeitig bieten sie einen unglaublich wertvollen und abwechslungsreichen Job, der nicht nur technisch herausfordernd ist, sondern auch einen direkten Beitrag zur Energiewende leistet. Es ist ein Beruf, der heute und in Zukunft enorm wichtig ist – und der mit Stolz ausgeübt werden kann, weil er einen echten Unterschied macht.

Ohne Installateure und Elektriker, die die Wärmepumpen installieren und anschließen, ist eine erfolgreiche Wärmewende nicht möglich. Diese Fachkräfte spielen eine Schlüsselrolle in der Umsetzung nachhaltiger Heizlösungen und der Erreichung unserer Klimaziele.Philipp Rupp, Prokurist und Projektingenieur bei Weider Wärmepumpen
Brauchen wir für die Wärmewende mehr Förderungen oder mehr Gesetze?
Wichtig sind langfristig planbare Förderungen – nicht ein ständiges Wechselspiel aus Vollgas und Vollbremsung. Zudem sollten Förderanträge vereinfacht und vereinheitlicht werden, um den Endkunden den Zugang zu einer geförderten Wärmepumpe zu erleichtern. Eine Vereinheitlichung auf EU-Ebene wäre optimal. Gleichzeitig könnte man Hürden für neue Öl- und Gasheizungen erhöhen – beispielsweise durch ein Genehmigungsmodell wie in Schweden, bei dem der Einbau von Ölheizung nur noch mit Sonderanträgen erlaubt werden. Ein radikaler Ansatz wäre, bei uns alle fossilen Heizsysteme nur mehr per Sonderantrag zuzulassen.
Für mich ist es unverständlich, dass der Wechsel zu einer nachhaltigen Wärmepumpe oft mit bürokratischem Aufwand verbunden ist, während der Austausch einer Gasheizung meist problemlos und ohne Förderanträge erfolgt. Dies liegt an der aktuellen Förderstruktur, die den bürokratischen Aufwand für erneuerbare Heiztechnologien noch nicht ausreichend reduziert hat. Eine Vereinfachung des Förderprozesses würde den Wechsel zur Wärmepumpe deutlich fördern und einen stärkeren Anreiz bieten, fossile Heizsysteme durch umweltfreundlichere Alternativen zu ersetzen.

Unternehmen in dieser Branche profitieren nicht nur von einem zukunftssicheren Markt, sondern auch von der einzigartigen Möglichkeit, an wegweisenden Lösungen zu arbeiten, die einen echten, positiven Unterschied für die Umwelt und die Gesellschaft machen.Philipp Rupp, Prokurist und Projektingenieur bei Weider Wärmepumpen
Welche Vorteile haben Unternehmen im Bereich erneuerbarer Energien?
Die Nachfrage im Bereich erneuerbare Energien ist langfristig gesichert, da der Weg zu einer nachhaltigen Zukunft untrennbar mit der Wärmepumpe verbunden ist. Unternehmen in dieser Branche profitieren nicht nur von einem zukunftssicheren Markt, sondern auch von der einzigartigen Möglichkeit, an wegweisenden Lösungen zu arbeiten, die einen echten, positiven Unterschied für die Umwelt und die Gesellschaft machen. Es ist ein erfüllendes Gefühl aktiv zur Wärmewende beizutragen.
Derzeit sind rund 40 Mitarbeitende bei Weider Wärmepumpen tätig.
Der Fokus liegt auf Sole- und Grundwasserwärmepumpen. Außerdem: innovative Lüftungslösungen, mit denen sich die benötigte Erdwärmequelle um bis zu 50 % verkleinern lässt. Im Herbst wird das Portfolio um eine Monoblock-Luftwärmepumpe erweitert.
Geschichten des Gelingens: Betriebe auf dem Weg zur Energieautonomie Vorarlberg
Vorarlberg ist ein starker Wirtschaftsstandort. Der Sektor ist jedoch zweitgrößter Energieverbraucher im Land. Wie Unternehmen in Vorarlberg bedeutende Schritte zur Energieautonomie leisten, erzählen auch folgende